Urlaub in der Steinwüste

Urlaub auf der Insel Pag. Ganz anders als auf den anderen kroatischen Inseln. Bereits nach der Ankunft mit der Fähre kommt man sich vor wie auf einer Mondlandschaft. Und wenn man weiterfährt auf der Insel, es ändert sich nichts, Steinwüste, soweit das Auge reicht. Unsere erste Station war die Stadt Pag. Eine verträumte kleine Stadt, mit engen Gassen. Die Einheimischen sitzen in den Gassen auf ihren Plastiksesseln und trinken Kaffee. Es gibt zwar auch Touristen hier und da, aber sehr überschaubar, wie die kleine Altstadt selbst. Auf dem Hauptplatz bei der Kirche entdeckten wir eine Käsebar, wo der berühmte Pager Käse serviert wird. Und zwar nur der Käse. Wir bestellten drei Sorten, je nach Reifegrad. Köstlich. Der Pager Käse wird ausschließlich aus Schafsmilch gemacht. Auf der Fahrt zu unserem zweiten Urlaubsort, Novalja, im Norden der Insel, wundern wir uns, wo in der steinigen Landschaft die ganzen Schafe sind. Dabei waren sie die ganze Zeit vor unserer Nase. Denn die Schafe haben die gleiche Farbe wie die Steine und sind daher schwer auszumachen. In Novalja angekommen, stellten wir fest, dass es wesentlich mehr Touristen gibt als in der Stadt Pag. Und hauptsächlich junge Touristen. Klar, ganz in der Nähe befindet sich die Party Hochburg Zrce. Dort wird den ganzen Sommer durchgetanzt, 24 Stunden am Tag, ohne Pause. Unser Quartier war einige Kilometer entfernt, so dass wir von dem Trubel nichts mitbekommen haben. Kulinarisch merkten wir, dass sich die Restaurants auf das junge Publikum eingestellt haben. Pizza und Burger an jeder Ecke. Eines wird uns unvergesslich bleiben. Auf der anderen Seite von Novalja gibt es eine Bucht, ein langer Kiesstrand, abgegrenzt durch felsige Berge. Und keine Menschenseele weit und breit. Glasklares Wasser und keine Seeigel. Zum Niederknien. An einem anderen Tag haben wir beschlossen, eine Fahrradtour zur Nordspitze der Insel, nach Lun, zu machen. Hin und zurück ca. 40 Kilometer. Es war ein Horrortrip. Auf der Rückfahrt hat uns ein schweres Gewitter erwischt, mit Blitz und Donner. Und ja, wo soll man sich in einer Steinwüste unterstellen. Weit und breit keine Möglichkeit. Wir waren auf der Straße mit unseren Rädern praktisch der höchste Punkt, was Blitze anbelangt. Es hat uns kein Blitz erwischt. Komplett durchnässt erreichten wir unser Quartier. Froh darüber, dass uns kein Blitz erwischt hat, haben wir einen Schnaps bei unserem Vermieter gekippt. Ich sogar zwei.